Strauch-Rosskastanie (Aesculus parviflora) als Heckengehölz, Pflanze für die Produktion von biologischem Waschmittel


Herkunft:

Die Strauch-Rosskastanie stammt aus dem Südosten der USA. Sie wächst dort vor allem am Waldrand, in Windschutz-Hecken, oder wird als Sichtschutz für den Garten verwendet. Auf Grund Ihres hohen Nektar- und Pollengehalts (Beides liegt beim Wert 4!), wird diese auch sehr gerne bei Imkereien gepflanzt. Spät- und sommerblühende Baumarten sind bei Imkern besonders gesucht!

In Europa ist die Strauch-Rosskastanie zwar schon angekommen, aber nicht weit verbreitet. Man sieht diese nur in verschiedenen Parks, ganz selten aber in Gärten. Eigentlich schade, da ich Aesculus parviflora für eine der schönsten und anspruchslosesten Heckenpflanzen überhaupt halte.

Hier haben wir einen Einblick über den Wuchs  der Stauch-Rosskastanie. Diese vermehrt sich durch unterirdische Ausläufer und wächst zu einer großen Hecke heran. Sie wächst sehr dicht und bildet wunderschöne Hecken mit einem reichen Blütenflor und Fruchtschmuck!

Urheber: Von Doris Antony, Berlin - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7015066


Wuchs:

Die Strauch-Rosskastanie wächst zwischen 25 und 50 cm pro Jahr, je nach Boden und Pflege. Somit gehört Sie zu den mittelstark wachsenden Gehölzen. Sie entwickelt unterirdische Ausläufer. So verbreitet sich Aesculus parviflora relativ rasch. Man kann den Ausbreitungsdrang mit Hartriegel, Sanddorn und Schlehe vergleichen.

Wie der Name schon sagt, wächst diese Rosskastanie strauchförmig mit vielen Trieben aus der Wurzelbasis heraus. Den Wuchs kann man mit dem der heimischen Rosskastanie also nicht vergleichen. Diese Trieben wachsen dicht an dicht, so ergibt sich mit dem großen Laub eine undurchdringliche grüne Sichtschutz-Hecke!

Sie wird ca. 4 Meter hoch und kann ohne Eingrenzung durch eine Rhizomsperre bis zu 10 Meter breit werden.


Absolut unglaublich! Diese herrliche Blütenpracht ist nur ganz selten in deutschen Gärten zu finden! Die herrlichen weißen Blüten duften auch noch ganz wunderbar! Besonders schön und intensiv ist der Duft ab Nachmittag bis in die späten Nachtstunden! Die Blüten sind voller Nektar und Pollen für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co!

Urheber:

Fotograf: Oswald Tiedemann
https://www.monumentaltrees.com/de/fotos/93271/

Standort: Stadtparks, Hamburg

 


Biologie:

Wie bereits beschrieben wurzelt diese Rosskastanie flach unter der Erde und vermehrt sich in erster Linie über Ausläufer. Wer diesen Strauch eindämmen möchte, der kann wie beim Bambus eine Rhizomsperre in den Boden einarbeiten. Nötig ist das aber meistens nicht. Dort wo die Ausläufer aus dem Boden kommen und man diese nicht möchte, sticht man sie einfach mit dem Spaten ab.

Die Borke ist zuerst glatt und graugrün. Später wird diese aber schuppiger und dunkelbraun. Sie ist nicht sonderlich dick. Unter den Rindenschuppen befinden sich viele Insekten, die als Nahrung für unsere Vögel eminent wichtig sind!

Die Blätter von Aesculus parviflora sind glatter und etwas kleiner als die unserer heimischen Rosskastanie. Sie sind ebenfalls gefingert und weißen ca. 5 - 7 gefingerte Lappen auf. Die Blätter sind mattgrün und verfärben sich bereits ab Anfang September goldgelb und gehen dann in den Herbst über.

Die Blütezeit dieser wertvollen Bienenweide ist zwischen Juni und Juli. An etwas kälteren Standorte kann sich die Blütezeit auch nach hinten bis in den August verschieben. Das ist aber eher selten. Die ca. 10 cm hohen Blütenrispen duften in den späten Abend hinein, denn die Blüten werden auch von Nachtfaltern beflogen. Die Strauch-Rosskastanie hat den Nektarwert 4 und den Pollenwert 4. Das ist immens! Somit zählt sie zu den wichtigsten Bienenweiden in den USA. Diese Blütenpracht ist so herrlich und intensiv, dass ich es nicht verstehen kann, dass man diesen Strauch nicht öfter in unseren Gärten findet.

Die Früchte von Aesculus parviflora ähneln denen unserer heimischen Rosskastanie sehr. Die Fruchtschalen sind aber nicht stachelig sondern glatt. Zudem ist die Schale viel dünner. Die Früchte sind auch heller und kleiner, als die der heimischen Rosskastanie. Die Früchte der Strauch-Rosskastanie werden ca. 2 - 3 Millimeter groß und sind nahezu kugelrund.

Hier haben wir einen Einblick in die Fruchtbildung der Strauch-Rosskastanie. Rechts sehen wir die glatte und dünne Fruchthülle. Links sehen wir die helle noch unreife Frucht und ganz links die hellbraune vollreife Frucht. Zum Vergleich die Ein-Euro-Münze im Vordergrund. Die Früchte sind also kleiner als die unserer heimischen Rosskastanie.

Urheber:

Von Kuebi = Armin Kübelbeck - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4909339


Pflege und Standortansprüche:

Aesculus parviflora liebt feuchte und humose Böden. Diese sollten so nährstoffreich wie möglich sein. Je durchlässiger der Boden ist, desto leichter kann sie sich durch Ausläufer entwickeln. Ein schwach saurer Boden wäre perfekt. Sie kommt aber auch mit neutralen und alkalischen Böden gut zurecht. Ganz austrocknen oder verdichten sollte der Boden allerdings nie. Sollte der Boden tonig und verdichtet sein, muss man diesen mit Sand aufbessern. Bei stark sandigen Böden sollte man so viel frischen Humus oder Blumenerde wie möglich einarbeiten.

Für eine optimale Entwicklung sollte der Standort nicht zu schattig sein. Ein sonniger bis halbschattiger Standort wäre dabei von Vorteil.

Die Pflege ist sehr simpel. Aesculus parviflora muss nicht geschnitten werden. Sie können den Strauch ausdünnen, aber dann wäre ja der Sichtschutzeffekt weg. Wenn der Strauch nach einigen Jahren etwas verkahlen sollte, dann kann man diesen scharf zurückschneiden. Dann treibt er wieder ganz von neuem und sehr dicht aus.

Ein atemberaubendes Bild! Hier wurde die Kamera in das innere einer großen und alt gewachsenen Strauch-Rosskastanie gehalten. Unter dem dichten Blätterdach hat sich ein ganz eigenes Ökosystem entwickelt! Einfach unglaublich!

Urheber:
Fotograf: Frank Gyssling
https://www.monumentaltrees.com/de/fotos/50181/
Standort: Bad Muskau, Niederschlesischer Oberlausitzkreis


Produktion von Waschmittel als besondere Anzuchtidee:

Die Früchte aller Rosskastanien enthalten eine große Anzahl an Saponine. Diese Saponine kann man für ein natürliches und absolut biologisches Waschmittel nutzen. Ein großes Hype sind Waschnüsse aus Indien. Diese können nach dem Waschen einfach entsorgt werden. Leider mit großen Folgen für Indien. Denn die bisher natürliche Textilreinigung wurde auf Grund der fehlenden Waschnüsse auf eine chemische Reinigung umgestellt. Die Kanalisation ist darauf nicht vorbereitet. Die Böden und Gewässer werden durch das Abwasser seitdem stark geschädigt.

Zeit sich etwas anderes zu überlegen, damit Indien wieder genug Waschnüsse für sich selbst hat. Wir können aus den Früchten der Rosskastanie ein biologisches Waschmittel gewinnen. Die Früchte der Strauch-Rosskastanien werden dabei zerkleinert und in Wasser eingelegt. Nun lässt man das Ganze für ca. 10 Stunden stehen. Danach kann man die Flüssigkeit abseien. Wenn Sie nun die Flüssigkeit schütteln, dann sehen Sie bereits eine Schaumentwicklung. Das sind die Saponine. Für einen Waschgang benötigen Sie ca. 8 Früchte und 300 ml Wasser.

 

Die Früchte können mit dem Messer oder einem starken Mixer zerkleinert werden. Nehmen Sie aber auf jeden Fall einen extra Mixer nur für diese Arbeit. Auch ein Handmesser sollte nach dem Zerkleinern unbedüngt gespült werden, da Rosskastanien alle giftig sind.

Aesculus parviflora ist viel robuster und gesünder als die heimische Rosskastanie. Denn diese leidet zunehmend unter der Hitze und der Trockenheit und zudem auch unter der Miniermotte. Die Strauch-Rosskastanie wird nicht von der Miniermotte befallen und kommt auch mit immenser Hitze zurecht. Zudem wird diese nicht hoch und verbreitet sich quasi von selbst. Bei einer neuen Pflanzung lässt man zwischen den Sträuchern ca. 2 Meter Abstand. Dan wachsen diese irgendwann dicht zusammen. Alleine von einer Pflanze ernten Sie mehrere Kilo Früchte pro Jahr. Sie können auch einen Imker während der Blütezeit einladen und mit diesem zusammenarbeiten.

Die Früchte sind nicht lange lagerfähig. Wenn man diese aber zerkleinert und trocknet, dann kann man diese lange lagern und immer wieder neu zu einem Waschmittel ansetzen. Somit kann man diesen zerkleinerten Schrot das ganze Jahr über anbieten.

Wenn Sie mehr über die Kastanienwaschmittel erfahren möchten, so habe ich bei Recherchen einen wirklich tollen Artikel mit einer detaillierten Anleitung gefunden:

https://www.smarticular.net/waschmittel-aus-kastanien-herstellen/