Baum-Magnolie (Magnolia kobus) als Baum und Forstpflanze im Klimawandel

 

Herkunft

Diese ganz besondere Magnolie kommt aus Japan und wird auch in wenigen Arealen Koreas angetroffen. Sie besiedelt dort die Bergwälder an steilen und sonnigen Stellen. Sie ist also ein Gehölz für den Waldrand.

 

 

Ein wunderschönes Exemplar einer Baummagnolie. In Mitteleuropa werden die Bäume ca. 12 Meter hoch. Hier sieht man eine breit verzweigte Krone. Eine solche Wuchsform bildet sich sehr oft im Einzelstand.

Urherber:
Fotograf: Wim Brinkerink
http://www.monumentaltrees.com/de/fotos/49519/

Standort: Hortus Botanicus, Leiden

 

Botanik

Sie zählt zu den größten Magnolien überhaupt und bildet Kleinbäume von bis zu 20 Metern Höhe in engem Stand. Im Einzelstand ergibt sich eine Wuchshöhe von ca. 12 Metern.

Sie wächst nicht wie unsere bekannten Magnolien strauchartig sondern Baumförmig mit einem geraden und durchgehenden Stamm. Daher hat sie auch den deutschen Namen Baummagnolie inne.

Diese wunderschönen Stämme werden von einer silbergrauen und hellen Borke umgehen.

Im Frühjahr vor dem Laubaustrieb erscheint eine Vielzahl an weißen Blüten. Diese sind sternförmig und ähneln der Blüten der Sternmagnolien, mit der sie nah verwandt ist. Die Blüten haben einen Durchmesser von ca. 10 cm.

Diese Blüten duften herrlich und bilden einen spektakulären Anblick. Trotz ihres guten Dufts lockt sie jedoch keine Bienen an. Allenfalls für manche Käferarten sind diese Blüten interessant, diese Käfer leben jedoch nicht in Europa.

Sie sind jedoch ein wahrer Blickfang und eine absolute Bereichung für Parks, Gärten und Fußgängerzonen.

Im Spätsommer entstehen dann leuchtend rote Balgfrüchte mit einem leckeren und nahrhaften Fruchtmantel. Diese Früchte werden gerne von Vögeln angenommen, welche den schwarzen und glänzenden Samen dann wieder ausscheiden.

Wie fast alle Magnolien bildet auch diese ein verkehrt eiförmiges bis lanzettliches Blatt. Es wird bis zu 15 cm lang und erscheint in einem leuchtenden hellgrün. Ab Herbst stellt sich dann eine leuchtend goldgelbe Herbstfärbung ein.

Die Blätter sind sehr dekorativ und besitzen ebenfalls einen hohen Zierwert. Vor allem im Zusammenspiel mit der ebenfalls leuchtenden silberfarbenen Borke ergibt sich ein herrlicher Kontrast.

Leider muss man sagen, dass die Blätter für einige Raupen sehr lecker sind. Diese werden besonders gerne verzehrt. Wenn die Blätter jedoch abgefressen sind, bilden sich sofort neue. Einen solchen Blattverlust steckt Magnolia kobus ohne Probleme weg.

Im Einzelstand bildet sich ein kegelförmiger und schlanker Wuchs mit aufrecht stehenden Ästen. Im Einzelstand bleibt die Krone noch schmaler und die Stämme werden noch länger und gerader. Ihre Wuchsform macht sie für unsere Innenstädte sehr beliebt.

Da Magnolia kobus hauptsächlich in den Hochlagen Japans auftaucht, wo ebenfalls strenge Winter herrschen, ist diese Magnolie sehr frosthart. Einzig im Jungpflanzenstadium sollte sie entsprechend geschützt werden. Hier können um die Jungpflanzen einzelne Stöcke in den Boden gesteckt werden. Um diese Stöcke kann dann ein Vlies gebunden werden. So entsteht eine wirksame Windbarriere und die Pflanze ist über den Winter bestens geschützt. Nach ca. 2 - 3 Standjahren ist diese Prozedur nicht notwendig.


Hier sieht man die wunerschönen Blüten der Baummagnolie besonders detailliert. Es handelt sich dabei um die Sorte 'Borealis'.

Urheber:
Von Kurt Stüber [1] - caliban.mpiz-koeln.mpg.de/mavica/index.html part of www.biolib.de, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7188

 

Gesundheit und Anfälligkeit

Nach ca. 2 – 3 Standjahren ist sie absolut frosthart. In den bisherigen Tests für neue Alleebäume gegen den Klimawandel hat sie mit am besten abgeschnitten was sowohl die Frosthärte als auch die Dürrefestigkeit betrifft.

Diese Tests werden in ganz Deutschland verteilt ausgeführt und sollen die Grundlage für zukünftige Planungen sein.

Sie ist ein ganz klares Klimawandelgehölz! Trotz der Tatsache, dass diese Pflanze natürlicherweise in stark humosem und luftfeuchtem Klima vorkommt, packt sie also auch die Trockenheit hervorragend. Hier kann man also einige Eintragungen in der Literatur widersprechen, welche dieser Magnolie eine Anfälligkeit gegen Trockenheit nachsagt.

Wichtig sind sandige und lehmige Böden in leicht saurem bis alkalischem Bereich. Sie kann also auf fast allen unseren Böden bestens kultiviert werden. Allerdings sollten tonige oder verdichtete Böden vermieden werden.

Gegen Bodenverdichtungen und Bauarbeiten ist die fleischige Wurzel sehr empfindlich. Daher kann der Baum zwar in Fußgängerzonen, jedoch nicht an stark befahrene Straßen gepflanzt werden. Die Bodenverdichtungen durch die Fahrzeuge wären für diese Pflanze verheerend.

Was jedoch für eine fleischige Wurzel spricht ist ein guter Schutz vor Staunässe und Überschwemmungen. Kurzzeitige Überflutungen macht dieser Magnolie nichts aus. Wenn das Wasser nach weinigen Wochen wieder abfließt bildet sich keine Wurzelfäule.

Die Kobushi-Magnolie, wie man sie ebenfalls nennt, liebt warme und sonnige bis halbschattige Lagen an den Waldrändern. Hier sollte vor Konkurrenzwuchs durch andere Jungpflanzen und Unkraut vorgebeugt werden.

Durch ihr Herzwurzelsystem welches sich dicht verzweigt durch durchlässige Böden schlängelt ist sie ein hervorragender Hangspezialist. Sie liebt auch in ihrer Heimat die steilen Hänge der japanischen Inseln. Durch ihr dichtes Wurzelgeflecht sichert sie die Hänge vor dem Abrutschen.

Eine wunderschöne Allee mit der Baummagnolie. In der Regel ist die Baummagnolie für Bodenverdichtungen sehr empfindlich. Hier sieht man dagegen, dass sich die Wurzeln im sandigen Boden Hollands gut nach Unten verlagen kann und so den Verdichtungen der schweren Autos entgehen kann.

Urherber:
Fotograf: Nardo Kaandorp
http://www.monumentaltrees.com/de/fotos/40222/
Standort: Elzentlaan, Eindhoven

 

Holz

In Japan ist die Nutzung genau umgekehrt. Hier steht nicht der Zierwert sondern die Holznutzung im Vordergrund.

Das Holz ist mittelschwer und von sehr heller Farbe. Es weist fast keine Maserung auf. Das Holz hat ein fast reines und liebliches Aussehen.

Trotzdem ist es sehr hart und gleichzeitig gut zu verarbeiten. Es nimmt Lacke und Öle sehr gut an.

Diese Eigenschaften machen das Holz vor allem für Drechsler und Kunsthandwerker interessant. Berühmt sind vor allem die Messergriffe aus diesem Holz. Selbst die Samurais verwendeten dieses wunderschöne Holz für die Schwertgriffe des Katanas und zur Verzierung Ihrer erschreckenden Rüstungen.

Magnolienholz ist sehr wertvoll und selten. Es erzielt sehr hohe Preise und könnte  gerade deshalb auch für Kleinwaldbesitzer von besonderem Interesse sein.







Dies ist ein traditionelles Küchenmesser aus Japan, das Deba. Es wird für Hackarbeiten aller Art genutzt. Hier sieht man den hellen Griff aus Magnolienholz. Eine Maserung ist dabei fast nicht zu erkennen. Dieses Holz ist von besonders edler und reiner Erscheinung.

Urherber:
Von Chris 73 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19667

 

Zukunft/Resümee

Die Baummagnolie wird in Mitteleuropa noch viel zu selten eingesetzt. Das ist sehr schade, denn sie ist nicht nur dankbar und robust, sondern auch wunderschön. Mit diesen Pflanzen kann sich jeder Kleinwaldbeitzter profilieren.

Ihre Eigenschaften und Ihre Robustheit sind immens wichtig für die kommenden Herausforderungen welche der Klimawandel mit sich bringt.

Auf Grund der Tests werden wir diese herrlichen Bäume noch oft in unseren Städten sehen. Auch unsere Gartencenter oder Garten- und Landschaftsbauer sollten auf Magnolia kobus ruhig öfter zurückgreifen.

Für die zukünftigen Auswirkungen durch den Klimawandel absolut unverzichtbar!

Sollten Sie Interesse an dieser Pflanze haben, so können Sie diese sehr gerne unter dem nachfolgenden Link bestellen: