Bur-Eiche als Klimawandelgehölz und Forstpflanze

Herkunft: 

Die Bur-Eiche stammt aus dem Nordöstlichen Amerika. Von dort aus trat sie ihren Siegeszug auf dem amerikanischen Kontinent an. Sie wurde in der Aufforstung der Prairie eingesetzt. Da dort alle Bur-Eichen-Wälder problemlos wuchsen und sich gesund entwickelten, wurde Sie in Alaska und Kanada eingemischt. Mit dem verblüffenden Ergebnis, dass diese Eiche auch dort hervorragend wächst. Zu guter Letzt setzte man Sie auch in Texas und New Mexiko ein. Quercus macrocarpa stellte sich als absolut Hitze- und Trockenheitstolerant heraus. Sie konnte sich also selbst auf wüstenähnlichen Territorien bewähren. 

In Europa ist sie noch sehr selten zu finden. Gelegentlich sieht man die Bur-Eiche in Arboreten und Sammlungen. Dies dürfte sich aber in Zukunft ändern. 
Hier sehen wir das Verbreitungsgebiet der Bur-Eiche. Leider wurden die Bestände in Alaska noch nicht berücksichtigt. Das soll aber später noch folgen. 

Urheber: 

Digital representation of "Atlas of United States Trees" by Elbert L. Little, Jr. [1]
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Wuchs:

Quercus macrocarpa erreicht eine Wuchshöhe von ca. 30 Metern. Wenn Sie Platz bekommt, dann kann Sie sich bis zu 15 Meter ausbreiten. Je enger die Bäume im Wald gepflanzt sind, desto schmaler bleibt die Krone, dafür werden die Stämme viel gerader und astreiner. Das ist perfekt für die Säge- und Möbel-Industrie. 

Enorm sind die dicken Stämme. Brusthöhendurchmesser zwischen zwei und drei Meter sind für diese gigantische Eiche absolut kein Problem. Die dickste bekannte Bur-Eiche in den USA hat einen Brusthöhendurchmesser von mehr als 3,5 Meter. 

Charakteristisch für dieses Klimawandelgehölz ist auch der vergleichsweise langsame Wuchs. Sie erreicht einen Jahreszuwachs von nicht mehr als 30 cm. Dafür ist das Holz aber besonders dicht, fest und langlebig. Nach 20 Jahren wuchs der Baum auf durchschnittlichen Standorten in eine Höhe von ca. 6 Meter.  


Hier sehen wir den Stamm einer Bur-Eiche. Die mächtigen Stämme können mehrere Meter dick werden. Je enger die Bäume gepflanzt werden, desto höher und gerader entwickeln sich auch die Stämme. 

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Fotograf: desainme

Biologie:

Die Blätter erreichen eine beeindruckende Länge von ca. 15 cm und eine Breite von ca. 5 cm. Es ist gebuchtet und bildet einen geschlossenen Rand. Das Laub bietet eine raue und grobe Textur. Die Blätter erscheinen in einem satten olivgrün und sind leicht behaart. 

Gleichzeitig mit dem Laubaustrieb erscheinen die Blüten. Hierbei handelt es sich um gelbgrüne Kätzchen. Die Blüten der Eichen werden nicht durch Insekten, sondern über den Wind bestäubt. 

Im Spätherbst erscheint dann endlich das absolute Highlight dieses Baums. Denn dann werden auffallend dicke Eichelfrüchte mit einem Durchmesser von ca. 6 cm gebildet. Es ist die größte Eichelfrucht von allen. Zudem können diese Eicheln wie eine Esskastanie gebraten und verzehrt werden. Sie haben nur sehr wenig Gerbsäure und können somit hervorragend zubereitet werden. Sie schmecken außerordentlich gut und werden in den USA in Top-Restaurants eingesetzt. Wer diese Eicheln nicht selbst verzehrt, der kann diese auch einfach liegen lassen, denn sie bilden ein wichtiges Wildfutter. Wunderschön ist auch der riesige Fruchtbecker, in dem die Eichel steckt. Sie bedeckt die Eichel auf halber Höhe. Quercus macrocarpa trägt nur alle zwei bis drei Jahre, dann aber in einer Vollmast, so dass die Bäume brechend voll hängen. 

Die Rinde der Bur-Eiche ist grob, furchig und von graubrauner Farbe. Zudem ist diese zähe Borke extrem dick. Dies bildet einen zuverlässigen Schutz vor Waldbränden, denen diese Eiche ständig ausgesetzt ist. So wird die unerwünschte Konkurrenz verbrannt und die Bur-Eiche kann sich perfekt entwickeln. 

Quercus macrocarpa besitzt eine starke Pfahlwurzel, welche bereits nach einem Jahr schon mehr als 1,5 Meter tief in den Boden eingedrungen ist. So ist der Baum windsicher und kann somit windanfälligere Baumarten schützen. 
Hier sehen wir die Blätter und die Frucht der Bur-Eiche. Die Blätter sind derb und rau. Die Eicheln werden besonders groß und erreichen einen Durchmesser von ca. 6 cm. Zweige und Blätter werden auch von Rindern, Pferden und Rehen verzehrt, da diese sehr wenig Gerbsäure enthalten und nicht giftig sind. 

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Einsatzbereiche als Gartenbaum, Alleebaum, Straßenbaum und als Forstpflanze:

Quercus macrocarpa wächst eigentlich auf allen Böden. Idealerweise sind diese schwach sauer bis alkalisch. In Sümpfen funktionieren diese also eher nicht. Ansonsten kann man die Bur-Eiche aber überall einsetzen. 

Wer einen großen Garten besitzt und einen wunderschönen und ausladenden Schattenbaum sucht, der ist hier genau richtig. Die kräftigen Äste wachsen in die Breite, so dass sich eine rundliche Krone bildet. 

Dieses Klimawandelgehölz ist stadtklimaverträglich und kann auch auf einem Industriegelände oder in der Fußgängerzone von größeren Städten eingesetzt werden. Die Wurzeln brauchen nicht viel Platz, da es sich um eine Pfahlwurzel handelt. Nur an Straßen ist diese Baumart schwer zu erziehen, da hier immer wieder mit Schnittmaßnahmen auf Grund des mächtigen Breitenwuchses eingegriffen werden muss. 

Im Forst sollte Quercus macrocarpa immer am Waldrand oder in offenen Lichtungen gepflanzt werden. Achten Sie auch auf das Unkraut, da diese langsamwachsende Jungpflanze sonst überwuchert werden kann. Eichen sind Lichtbäume und vertragen keine starke Beschattung, das sollte in der Waldplanung immer berücksichtigt werden. Ansonsten kann diese Eiche aber überall gepflanzt werden. Sie verträgt harte Fröste, Dürre, Hitze und Überschwemmungen. Sie können die Bur-Eiche mit allen heimischen Gehölzen vergesellschaften. Es muss eben nur darauf geachtet werden, dass die anderen Baumarten, diese Eiche nicht überwachsen. 

Das Holz ist dick, zäh, schwer und dauerhaft. Da die Bur-Eiche eine Hybride der Weiß-Eiche ist, wird das Holz auch gleich genutzt. Es ist eines der wertvollsten Fass- und Möbelhölzer. Zudem wird es auch im Bau für Bodenbeläge und ähnliches verwendet. Eichenbalken halten Jahrhundertelang. Toll ist auch die Maserung des Holzes. Je trockener und schwieriger ein Jahr war, desto dunkler färben sich die Jahresringe. So ergibt sich ein wunderschönes und aufregendes Muster. 
Hier sehen wir einen Teilquerschnitt vom Holz der Bur-Eiche. Es reagiert sehr schnell auf Dürreperioden und ideale Wachstumsjahre. Je heller der Splint, desto besser war das Jahr. Je dunkler das Holz ist, desto schwieriger war das Jahr für die Eiche. 

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Zukunft/Resümee:

Die Bur-Eiche verträgt Trockenheit, Dürre, Hitze, Frost und starke Winde. Zudem ist sie absolut gesund und bekommt fast keine Krankheiten und Schädlinge. Sie wächst auf fast allen Böden und lässt sich auch mit allen heimischen Baumarten vergesellschaften. Klar kann ich Quercus macrocarpa empfehlen. Bei mir kam dieses Klimawandelgehölz in der Baumschule ohne Probleme durch. Nur einmal musste ich Schwefel gegen Mehltau ausbringen. Das ist aber ein biologischer Pflanzenschutz und somit völlig ungefährlich für die Nautur. 

Die Früchte können verzehrt werden und sind für mich ein absolutes Highlight mit riesigem Vermarktungspotential.