Eschenahorn (Acer negundo) als Baum und Forstpflanze im Klimawandel


Verbreitung

Der Eschenahorn hat seinen Ursprung an der Nordamerikanischen Ostküste. Schnell wurde aber erkannt, dass er sehr anpassungsfähig ist und auf fast allen Standorten bestens gedeiht.

So finden wir Acer negundo mittlerweile auch im Mittleren Westen, an der Westküste, in Kanada und in Nordmexiko. Er wächst also mittlerweile in 3 verschiedenen Klimazonen und entwickelt sich dabei bestens.

Seit 1680 ist er auch in Deutschland ansässig. Er wurde während des Kontinentalhandels nach Mitteleuropa gebracht. In Deutschland findet man Ihn vor allem in Auewäldern, da er auch mit der Staunässe zurecht kommt.








Hier habe ich einen Eschenahorn in Österreich abgelichtet. Er entwickelt sich in Europa problemlos zu einem wunderschönen kleinen Baum.


Wuchs und Biologie

Der Eschenahorn wächst in der Jugendphase sehr schnell und kann einen Jahreszuwachs von bis zu 70 cm erreichen. Er erreicht dabei Wuchshöhen von ca. 15 Meter. 

Die Krone ist eher unregelmäßig, zudem tendiert er auch gerne zu Wasserreisern in der Mitte der Krone. Im Wald allerings erhalten Sie schlanke und gleichmäßige Bäume mit schönen Stämmen.

Das Blatt ist dreilappig und erinnert an einige amerikanische Eschenarten, daher auch sein deutscher Name: Eschenahorn. Das Blatt wird ca. 20 cm lang und 15 cm breit. Die drei Einzelblättchen stehen alle an einem kleinen Stiel. Im Herbst bekommen die Blätter dann eine goldgelbe Herbstfärbung.

Der Stamm bleibt relativ schmal und erreicht einen Brusthöhendurchmesser von ca. 50 cm. Umhüllt ist dieser Stamm mit einer glatten und grauen Rinde. Die Jungen Zweige weisen dagegen eine violett-farbene Rinde mit weißer Bereifung auf.

Bei der Blüte wird zwischen der männlichen und der weiblichen Blüte unterschieden. Die männliche Blüte ist rot, während die weibliche Blüte in gelber Farbe erscheint. Die Blütezeit ist im März noch vor dem Laubaustrieb. Die Blüten von Acer negundo werden ausschließlich über den Wind bestäubt. Das ist der einzige Ahorn, bei dem dies der Fall ist.

Sie benötigen immer mehrere Bäume, da Sie sowohl einen männlichen, als auch einen weiblichen Baum für die Befruchtung benötigen.

Im frühen Herbst bilden sich die für Ahorn so typischen Flügelfrüchte. Diese Früchte werden von Vögeln und Nagetieren in Massen gefressen. Das ist auch der Grund, weshalb der Eschenahron für unsere Tierwelt so wichtig ist.

Bei diesem Klimawandelgehölz handelt es sich um einen Herzwurzler. Das heißt, dass der Eschenahorn sowohl in die Breite, als auch in die Tiefe wurzelt.

Hier sehen wir die Blätter und Früchte vom Eschenahorn. Die Blätter erinnern aber eher an eine Esche, als an einen Ahorn. Trotzdem zählt er botanisch ganz eindeutig zu den Ahornbäumen.

Urheber:

Von Matt Lavin from Bozeman, Montana, USA - Acer negundo, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10049014

 


Gesundheit

Wenn man betrachtet, wo sich der Eschenahorn bereits bestens entwickelt hat, so merkt man, dass es sich um ein sehr gesundes und robustes Gehölz handelt.

Schadtiere oder Pilze kommen so gut wie nicht vor. Zudem erträgt Acer negundo Hitze und Trockenheit. Das macht ihn zu einem hervorragenden Klimawandelgehölz.

Er wächst auf allen Standorten. Er verträgt sowohl trockene, als auch staunasse Böden. So entwickelt er sich bei uns vor allem in Auewäldern bestens.

Einzig das weiche und poröse Holz kann bei starken Winden zum Problem werden. Hier können sehr oft Astbrüche auftreten. Daher ist der Eschenahorn als Pioniergehölz zu bewerten. Durch einen erneuten Stockausschlag repariert sich die Krone wieder von selbst. Älter als 100 Jahre werden die Bäume aber selten.


Hier haben wir noch einmal einen Einblick in die Kronenentwicklung und auf den Stamm von Acer negundo.

Die Krone wächst sehr dicht, Astbrüche können daher vom Baum sehr schnell ausgeglichen werden.


Verwendung und Waldwirtschaft

Da der Eschenahorn Abgase und Rauch bestens verträgt, eignet er sich hervorragend zur Verwendung als Straßenbaum. Er kann hervorragend beschnitten und gepflegt werden.

Wie bereits beschrieben, fühlt er sich in Auewäldern mit nassen Böden sehr wohl. Sie können den Eschenahorn aber auch sehr gerne in etwas trockenere Böden einsetzen. Achten Sie auf einen sonnigen bis halbschattigen Standort.

Zudem ist er konkurrenzschwach. Entfernen Sie Unkraut und andere Pflanzen, welche zu schnell wachsen und den Acer negundo unterdrücken können.

Da dieses Klimawandelgehölz auf allen Standorten eingesetzt werden kann und äußerst schnell wächst, können Sie den Eschenahorn auch als Energiewald einsetzen. Nach jedem Rückschnitt treibt er aus dem Stock wieder sehr schnell aus und bildet auch viel Holzmasse in kurzer Zeit.

Wer das Holz des Eschenahorns aber verkaufen möchte, der kann sich auf ein wunderschönes Holz freuen. Das Splintholz hat eine Farbe in den Nuancen: Gelb, Grün und Weiß. Das Kernholz zeigt sich in den Farben Dunkelbraun, Rot, Grün und Pink. Die pinke und rote Farbe kommt durch das Zusammenleben mit einem Pilz.

Dieses wunderbare Holz wird für Drechselarbeiten und Kunstschnitzereien verwendet. Es ist so weich, dass es mit dem Messer problemlos bearbeitet werden kann. Zudem hält es Farben, Lacke, Nägel und Schrauben sehr gut.

Es ist nicht verrottungsfest und sollte nicht im Außenbereich eingesetzt werden. Das Trockengewicht beträgt: 485 kg/qm. Die Volumenschrumpfung liegt bei 14,8 %.

So kann der Eschenahorn auch wachsen. Wer diesen regelmäßig zurückschneidet, der erhält einen dichten Strauch mit viel Holzmasse. Sie können den Eschenahorn also auch versuchsweise als Energiewaldgehölz für die Hackschnitzelproduktion einsetzen.

Urheber:

Fotograf: Frank Gyssling
https://www.monumentaltrees.com/de/fotos/64567/
Standort: Treptower Park, Berlin


Zukunft/Resümee

Auf Grund seiner Anpassungsfähigkeit und seiner Robustheit wird der Eschenahorn als Klimawandelgehölz immer wichtiger. Er kann sowohl im Wald, als auch im Straßengrün eingesetzt werden.

Ich habe Acer negundo in diesem Jahr (2017) das erste Mal kultiviert. Ich habe keinerlei Ausfälle, nicht einmal beim diesjährigen Spätfrost. Er entwickelt sich so gut, dass ich dieses Jahr bereits verkaufen kann.

Ich kann den Eschanahorn nur empfehlen. Nicht umsonst kommt er mittlerweile fast auf der gesamten nördlichen Halbkugel vor.