Schuppenrindenhickory (Carya ovata) als Baum und Forstpflanze im Klimawandel

 

Vorkommen

 

Dieser wunderschöne und sehr robuste Baum ist im östlichen Nordamerika beheimatet. Man findet ihn besonders häufig im Nordosten der USA und im östlichen Kanada. Zudem taucht er in einigen Bergregionen Mexikos auf. Er besiedelt eher das Flachland und wächst dort in Höhen zwischen 100 und 900 Metern.

 

Diese weitreichende Verbreitung zeigt sein immenses Anpassungsvermögen an die verschiedensten Böden und Temperaturverhältnisse. Er wächst sowohl auf sehr sauren, als auch auf alkalischen Böden.

 

Er erträgt Temperaturen zwischen -40 °C und +40 °C und kann so problemlos in ganz Mitteleuropa angebaut werden. So passt er sich in die verschiedensten Mischwälder ein und erträgt auch ständige Beschattung.

 


Besonders gut harmoniert Carya ovata mit allen Eichenarten, aber auch mit verschiedenen anderen Laubgehölzen wie Tulpenbäume, Tupelobäume und Ahorne. Selten vergesellschaftet er sich auch mit Nadelbäumen wie Kiefern und Hemlocktannen.




Typisches Bild einer Hickorykrone. Ein gerader Stamm und eine aufrechte und schmale Krone mit sparrigen Seitenästen. Hier sieht man auch im Ansatz die schuppige Borke.

Urherber:

 

CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=680811

 

Eigenschaften und Botanisches

In den USA erreicht er Wuchshöhen von ca. 40 Metern. In Mitteleuropa werden die Bäume ca. 25 Meter hoch. Carya ovata erreicht ein Alter von bis zu 350 Jahren.

Es bilden sich dabei absolut gerade und astfreie Stämme, welche ideal von der Holzindustrie verarbeitet werden können. Diese astfreien Stämme werden nicht selten bis ca. 18 Meter lang geerntet. Es wird ein Brusthöhendurchmesser von ca. 30 – 60 cm erreicht. Auf besonders guten Standorten sogar bis zu 1 Meter.

Die unpaarig gefiederten Blätter werden ca. 25 cm lang und setzten sich aus ca. 7 einzelnen eiförmigen Fiederblättchen zusammen. Das Blatt ist hellgrün und duftet aromatisch beim zerreiben. Dieser Duft ist typisch für die Familie der Walnussgewächse. Er vertreibt erfolgreich Mücken. Ab Herbst zieht die Hickory dann durch eine leuchtend goldgelbe Färbung dieser Blätter die Blicke auf sich.

Anfang März erkennt man längliche Kätzchenblüten, die in dichten Büscheln auftreten. Es handelt sich dabei um weibliche und männliche Blüten an einem Baum. Damit die Bäume jedoch später auch zum Ertrag kommen ist immer ein zweiter Baum als Befruchter nötig.

Die fast runden und kantigen Steinfrüchte schmecken besonders aromatisch und überraschend süß. Sie werden in den USA, Kanada und Mexiko auch in großem Stil angebaut. Die Ureinwohner machten aus diesen Nüssen leckere und besonders reichhaltige Suppen, Milch, Getränke, Mehl und Brot. Der Indianer-Stamm der Algonquian presste aus deren Saft den berühmten Pocohiquora, der heute noch regional vermarktet wird.

Für jeden Jäger ist dieser Baum ein Muss, denn seine Früchte sind bei Schwarzwild besonders beliebt. Die Nüsse sind eher klein und werden ca. 3 – 5 cm groß. Ein Kilogramm entsprechen ca. 220 Nüsse. Diese Nüsse sind ab August bis Oktober reif. Je nach Lage und Wetter.

An jungen  Bäumen ist die Rinde noch hellgrau und glatt. An älteren Bäumen schuppt sich die Rinde stark ab. Es können ganze Platten in der länge von 30 cm abgezogen werden. Das verleiht ihm ein charakteristisches und schuppiges Aussehen. Diese Rinde wird auch als natürlicher Farbstoff zum Färben von Kleidung genutzt. Es ergibt dabei eine dunkelgelbe Färbung. Da sich diese Rinde in ganzen Schindeln ablöst wird er auch Schindelborkige Hickory genannt.

Eine kräftige Pfahlwurzel macht diesen Baum besonders sturmfest. Diese Wurzel durchdringt die Böden spielend. Jungbäume bilden bereits in den ersten 3 Jahren eine Pfahlwurzel von fast 90 cm.



Kugelige und runde Steinfrüchte sind von einem grünen Fruchtmantel umgeben. dieser spaltet sich bei der Reife in vier Teilen bis zur Basis auf und gibt die brühmte Nuss frei.

Urheber:
Von -jha- aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10076175

 

Holz und Forstwirtschaft 

Das Holz der schindelborkigen Hickory ist besonders beliebt. Es kann mit der heimischen Esche verglichen werden, denn es ist sowohl zäh, hart, also auch elastisch. So werden aus Hickory in den USA die besten Werkzeugstiele und Schläger hergestellt. Sportgeräte aller Art sind aus Hickoryholz. Es gehört auch zu den absolut besten Hölzer für den Bogensport. Zudem wird es gerne als Bodenbeläge und für den Möbelbau verwendet!

Das ringporige Holz ist dichtfaserig mit einem hellbraunen Kern. Der Splint ist fast weiß. Dieses Holz ist verhältnismäßig schwer und wiegt in frischem Zustand ca. 1025kg/Kubikmeter. Bei 12 % Feuchtigkeit wird immer noch ein Gewicht von ca. 800 kg/ Kubikmeter erreicht.

Ein weiterer berühmter Verwendungszweck ist die Verwendung zum Räucherholz. Hickoryspäne werden zum Räuchern und Grillen von Fleisch, Fisch und Käse verwendet. In den USA gehört zu einem echten Barbecue auch ein über Hickory gegrilltes Steak! Auch als Brennholz ist Hickory sehr begehrt. Es weist den höchsten Brennwert aller amerikanischen Laubbaumarten auf.

Erfahrungsgemäß werden die besten Erträge in einem Eichen-Hickory-Mischwald erzielt.

Das hellbraune und besonders robuste und elastische Holz von Carya ovata. Es nimmt Schutzmittel wie Lacke und Öle besonders gut an und ist extrem lange haltbar!

Von Philipp Zinger - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46923499

 

Zukunft/Resümee 

Hickory wird uns auch in Zukunft immer begleiten. Er ist absolut standorttolerant und robust. Krankheiten sind wenig bekannt. Auch Schädlinge kommen äußerst selten vor. So bildet er eine wertvolle Alternative zur heimischen Esche, welche derzeit stark bedroht ist.

Er kann nicht nur für den Wald, sondern auch für eine Nussproduktion eingesetzt werden. Er bildet mit seinen nahrhaften Früchten einen besonders hohen Biologischen Wert. Auch in der abblätternden Rinde finden unzählige Insekten Heimat, welche von den Spechten und anderen Vögeln gerne angenommen werden.

Seine immense Trockenheitsverträglichkeit und Frosthärte machen die Hickory zum Klimawandelgehölz schlechthin. Wir benötigen in Zukunft solche robusten und vielseitigen Bäume!

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Ein Blick auf die Rinde der schindelborkigen Hickory. Hier sieht man die schuppige Rinde besonders gut. Zudem wird hier nochmals die goldene und wunderschöne Herbstfärbung verdeutlicht!

Urherber:
Fotograf: Karlheinz
http://www.monumentaltrees.com/de/fotos/37343/
Standort: Botanischer Garten Bonn, Bonn