Schwarzer Maulbeerbaum (Morus nigra) als Baum und Forstpflanze im Klimawandel


Herkunft und Allgemeines

Der Schwarze Maulbeerbaum ist dem weißen Maulbeerbaum sehr ähnlich. Er stammt aus Persien und ist daher noch trockenresistenter als sein weißfruchtiger Vetter. Er kann hervorragend für die trockendsten und kargsten Böden eingesetzt werden. Ideal um stark geschädigte und trockene Böden mit wenig Nährstoffen lohnend zu bewirtschaften.

Leider ist seine nähöstliche Herkunft auch mit einer Frostempfindlichkeit verbunden. Er kann zwar in Mitteleuropa eingesetzt werden, ist bei uns aber auf besonders geschützte Lagen angewiesen. Er ist also frostempfindlicher als der weiße Maulbeerbaum. Trotzdem kann er in Weinbaugebieten ohne Probleme eingesetzt werden. Suchen Sie sich einen warmen und sonnigen Standort ohne Staunässe und mit gutem Schutz vor Wind.

Ansonsten ähnelt Sie Morus alba fast in jeder Hinsicht. Sie wächst etwas langsamer und auch nicht ganz so geratschaftig. Sie eignet sich dafür aber viel besser zur Hecke als die weiße Maulbeere. Auch ist sie noch schnittverträglicher.

Die Beeren von Morus nigra sollen die geschmacklich besten aller drei Maulbeeren sein. Im Hinblick auf die Holzqualität sind Morus alba und Morus nigra absolut gleichwertig anzusehen.







Ein wunderschönes Exemplar in einem Weinanbaugebiet in Franken. Man sieht an den leicht gelben Blättern den beginnenden Herbst.

Urheber:
Fotograf: Rainer Lippert
http://www.monumentaltrees.com/de/fotos/12914/
Standort: Kirche, Main-Spessart


Botanik und Nutzen

Weil sich Morus nigra und Morus alba so ähnlich sind, habe ich die Texte größtenteils kopiert oder nur leicht verändert. 

 

Morus nigra  wächst als Kleinbaum oder Großstrauch und erreicht eine Höhe von ca. 5 Metern in Mitteleuropa. In Südeuropa werden bis zu 25 Meter Höhe erreicht. Der Brusthöhendurchmesser kann bis zu 60 cm betragen. In Südeuropa hingegen bis zu 140 cm.

Die knorrigen Stämme und Äste werden von einer orange-braunen und glatten Rinde ummantelt. Diese Rinde ist sehr weich und faserig. In Asien wird die Rinde geschält und entfasert. Die Fasern werden zum berühmten Japanpapier verarbeitet. Dieses Japanpapier wird auch Kozu genannt. Die Herstellung erfolgt durch eine Handschöpfung, was sehr aufwendig und teuer ist.

In freiem Stand entwickelt sich eine kugelrunde und zugleich knorrige Krone. In engem Stand allerdings entwickeln sich eher schmale Kronen mit etwas längeren Stämmen. Da der Maulbeerbaum in den Wäldern nicht eingesetzt wird, ist es eher ein Gehölz für Obstgärten wo eine rundliche und eher niedrige Krone von Vorteil ist.

Eine absolute Besonderheit an diesen  Bäumen sind die Blätter. Sie bilden nämlich verschiedenförmige Blätter an einem Baum aus. Es gibt sowohl gelappte als auch ungelappte Blätter. Zudem sind die meisten Blätter herzförmig während andere Blätter am gleichen Baum eiförmig sind. Was alle Blätter gemeinsam haben ist der gesägte Rand. Im Herbst entwickelt sich dann eine goldgelbe Herbstfärbung.

Die Blätter sind weich und hellgrün mit einer flaumartigen Behaarung. Leider sehen diese Blätter nicht nur wunderschön aus, sie sind auch für allerlei Raupen ein Festmahl. Auch die Schwarze Maulbeere wird oft zur Seidenraupenanzucht eingesetzt, wobei sich die weiße Maulbeere hierfür besser eignet.

Im März bis Juni entwickeln sich unscheinbare und ährenartige Blütenstände in zartem Grün. Sie sind sehr unauffällig und werden meist übersehen. Von weitem sieht die Pflanze während der Vollblüte aus wie sonst auch.

Allerdings entwickeln sich die ersten Früchte aus dem Blütenflor recht schnell. Sie sind bereits ab Juli reif und von brombeerähnlichem Aussehen. Erst sind die Früchte Weiß, färben sich mit zunehmender Reife aber Purpur bis Schwarz. Sie sind von besonderer Süße und die am besten schmeckende Maulbeerenart. Ihre Früchte sind in Südeuropa schon lange beliebt und werden auch bei uns immer begehrter.

Alle Morus-Arten sind selbstbefruchtend und benötigen somit keinen Befruchtungspartner. Bereits ein Baum versorgt sie mit vielen Früchten für Ihre Küche!

Die Früchte werden stufenweise Reif. Sie können also von Juli bis hin zum September immerwährend ernten. Leider halten sich die Früchte nicht sehr lange, denn die Haut ist sehr weich und die Frucht äußerst saftreich.




Hier haben wir eine hervorragende Sicht auf einen der begehrten Äste. Die Früchte werden von Weiß über Rot bis hin zu tiefem Schwarz in der Vollreife gefärbt. Hier sieht man besonders gut, dass die Beeren stufenweise reif werden.


Sie können aber zu Saft, Marmelade, Gelee oder Sirup verarbeitet werden. Sie können diese Früchte aber auch hervorragend zu Beerenwein verarbeiten. Zudem sind erlesene Fruchtbrände möglich.

Wenn Sie die Früchte trocknen, so ähneln sie dem Geschmack von Rosinen, nur ohne Nachgeschmack. Allgemein sind Maulbeeren sehr säurearm und weit bekömmlicher als viele herkömmliche Beerenarten. Für ein Müsli sind diese Beeren mittlerweile sehr beliebt.

Probieren Sie einen Kuchen von diesen Saftbomben. Ihre Gäste werden Augen machen, denn einen solchen Kuchen bekommen Ihre Gäste sonst nirgends.

Im Allgemeinen ist zu sagen, dass Maulbeeren saftig süß und hocharomatisch sind. Oft wird berichtet, dass sie fade und stark unterschiedlich schmecken. Wer allerdings frische Maulbeeren probiert hat, der wird definitiv einer anderen Meinung sein.

Da alle Maulbeerpflanzen sehr schnittverträglich sind lassen diese sich nicht nur auf Wunschhöhe zurückschneiden, sondern auch problemlos zu einer funktionierenden Sichtschutzhecke gestalten. Leider sieht man solche Hecken recht selten, obwohl sie sehr robust und pflegeleicht sind.


Die Blüte der schwarzen Maulbeere. Sie ist eher klein und unscheinbar. Bei näherer Betrachtung aber doch hüsch anzusehen. Von weitem fällt diese skurrile Form allerdings wenig auf.

Urheber:
By JJ Harrison (jjharrison89@facebook.com) - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5158660


Vor- und Nachteile

Maulbeerbäume sind sehr wärmebedürftige Pflanzen und benötigen daher einen sehr sonnigen und heißen Standort. Dieser darf auch ruhig trocken und durchlässig sein. Allzu speckige und nährstoffreiche Böden mag Morus hingegen nicht. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da die fleischigen Wurzeln sonst schnell faulen.

Morus ist Stadtklimafest und verträgt Abgase problemlos. Deshalb sieht man diesen Baum in Südeuropa in allen Straßen. Durch seine immense Schnittverträglichkeit eignet er sich bestens dafür.

Fairerweise muss man sagen, dass die Maulbeere etwas frostempfindlich ist. Es wird zwar allgemein eine Frosthärte von bis zu – 20 °C prognostiziert, jedoch können die Bäume sehr stark zurückfrieren.

Wählen sie nur warme und geschützte Standorte aus. Schützen Sie den Stamm mit einem Stammanstrich oder mit einem Juteband. Zudem sollten ausschließlich Süd- oder Westlagen genutzt werden.

In Weinanbaugebieten gibt es keine Probleme, in rauen Lagen können jedoch starke Frostschäden auftreten.

Wie zuvor schon erwähnt lieben Raupen und Schnecken diesen Baum, da auch die Rinde und die einzelnen Blätter sehr schmackhaft sind. Als Jungpflanze ist dieser Baum besonders gefährdet. Schützen Sie Ihre Jungpflanzen deshalb in den ersten 2 – 3 Standjahren besonders. Danach werden Sie keine Probleme mehr haben.

Sollten die Bäume komplett abgefressen werden, so ist dies kein Problem, denn Morus nigra treibt immer wieder aus. Sie ist nicht klein zu kriegen und erholt sich immer wieder.

Ich habe Jungpflanzen gesehen, die von Schnecken am Stamm stark angenagt wurden. Selbst diese Pflanzen haben ihre Wunden einfach überwallt und sich binnen weniger Wochen komplett erholt. Ein tolles Gehölz im Kampf gegen den Klimawandel!

Maulbeerbäume entwickeln einen sehr starken Wuchs. Dieser kann bis zu 70 cm pro Jahr betragen. So werden auch Wunden von Schädlingen oder starken Hageleinschlägen schnell und sicher verschlossen und überwallt. Auch von einem starken Rückschnitt erholt sich dieser Kleinbaum schnell und sicher.

Maulbeerbäume erinnern von der Erscheinung her auch oft an Olivenbäume. So holen Sie sich auch ein mediterranes Flair in Ihren Garten! Obstgärten mit diesen Bäumen sind von atemberaubenden Schönheit!

Urheber:
Fotograf: Rainer Lippert
http://www.monumentaltrees.com/de/fotos/19263/
Standort: Kirche, Main-Spessart

 

Holz

Zu guter Letzt darf auch das überaus wertvolle Holz nicht vergessen werden! Es ist hart, zäh und trotzdem dehnbar. Daher wird es besonders gerne für Sportgeräte und Werkzeugstiele eingesetzt.

Es ist problemlos mit allen Maschinen bearbeitbar und polierfähig. Es nimmt Farben und Lacke sehr gut an. Jedoch Vorsicht beim Trocknen. Denn es schwindet sehr stark. Wenn jedoch sehr langsam getrocknet wird so schwindet es fast gar nicht.

Es wird für den Möbelbau und vor allem auch für Musikinstrumente verwendet. Der feine Klang ist in hohem Maße geschätzt und unvergleichbar. Vor allem die Türkei und die Länder des nahen Ostens arbeiten mit Instrumenten aus diesem Holz.

Ein weiterer Nutzen ist die Verwendung als Wein- oder Schnapsfass. Es gibt einen unglaublich fruchtigen Geschmack und eine Goldene Färbung an die reifenden Weine und Spirituosen ab.

Besonders in der Lagerung von Steinobstbänden hat sich dieses Fass-Holz bewährt.

Wer besonders viel Geld besitzt, der kann das Holz auch für den Schiffsbau oder für Fußböden verwenden. Denn das Holz ist absolut fäuleresistent und dauerhaft. Zudem ist die Maserung ein absolutes Highlight. Sie ist unregelmäßig, die Jahresringe gut erkennbar und das Kernholz von unvergleichlich schöner und rotbrauner Farbe.

Solche Parkettböden sind aber eine Rarität, da die Stämme sehr unregelmäßig wachsen und die Holzausbeute für industrielle Parkettböden sehr schwierig ist.

 


Das Baglama ist ein Musikinstrument aus dem Nahen Osten, welches vorzugsweise aus dem Holz des schwarzen Maulbeerbaums gefertigt wird. Der Klang des Holzes ist dabe besonders fein und unnachahmlich.

Urheber:
Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=263420


Zukunft/Resümee

Auch die Schwarze Maulbeere hat ihre klare Berechtigung als Zukunftsgehölz in Zeiten des Klimawandels. Ihre unschlagbare Trockenheitsresistenz und die Robustheit gegenüber Schädlingen und Pilzen ist nicht hoch genug einzuschätzen. Auch wenn Sie nicht an allen Standorten Deutschlands oder Mitteleuropas eingesetzt werden kann, so bereichert Sie unsere Pflanzenwelt doch ungemein.

Setzen Sie diese Pflanze in Ihren Obstgärten ein. Ein Obstgarten aus diesen Bäumen erinnernt an einen Olivenhain. Die Beeren sind von erlesenem Geschmack und eine tolle Vermarktungschance, auch für kleine Betriebe oder den Nebenerwerb.

Wer seine Bäume über den Winter gut schützt und keine exponierten Lagen Richtung Osten oder Norden auswählt, der wird an dieser Pflanze sehr viel Freude haben.

Sollten Sie Interesse an dieser Pflanze haben, so können Sie diese sehr gerne über den nachfolgenden Link bestellen: